Wer klopft denn da?

Ein gutes Foto verlangt nicht immer High-End-Technik. Vielmehr kommt es auf den richtigen Blick vom richtigen Standpunkt zum richtigen Moment an. Vielleicht noch die Erkenntnis, dass das da doch etwas Schönes zu sehen ist. Dazu noch etwas Licht und eine ruhige Hand. Wenn man will, dann noch die passende Position im Bild: Die Drittelregel geht immer. Und vom Glück beseelt ist, wer den Rest mit PhotoShop klären kann...

Hier ein Buntspecht, aufgenommen von Frau Untiedt im Garten.
Ist der nicht schön! Stolz mustert er das fremde Haus.
Die winzigen Augen sehen den Fotografen, doch der Specht weiß: Er hat die Situation unter Kontrolle.

Hier war es also der richtige Blick vom richtigen Standpunkt zum richtigen Moment mit passendem Licht und ruhiger Hand ....

Foto: B.Untiedt, Mai 2017

Ich bin ein Star...

...holt mich hier raus!

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shit
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Exakt auf den Tag, vor genau einem Jahr, da gab es ähnliche Aufnahmen, da waren zwei junge Stare im gleichen Astloch flügge.
Die kleinen Scheißer (Bild.10) lassen sich bis zum letzten Moment herzlich von den Eltern bedienen und rufen permanent nach Futter. "Grrp-Grrp" heißt nämlich "Mama, ich hab Hunger".
Diesmal hab ich mich mit der Kamera etwas näher herangetraut, auch wenn das den Staren-Eltern offensichtlich gar nicht gefallen hat.
Grrp-Grrp.

WBeer

Iridium-Flares

Iridium-Flares sind optische Erscheinungen vor oder nach der Dämmerung, bei der das Sonnenlicht an den extrem stark verspiegelten Aluminiumflächen der Antennen der IRIDIUM-Satelliten mit einer unvorstellbaren Laufgeschwindigkeit zur Erde reflektiert wird. Die Satelliten selbst bewegen sich mit rund 12km pro Sekunde in ca. 770km Höhe.
Infos: http://lexikon.astronomie.info/satelliten/iridium/
Selber gucken?
http://calsky.com
http://heavens-above.com/

Foto: W.Beer
Iridium 8, 08.04.2017, 22:11Uhr

Die Welt ist bunt. Wieso eigentlich?

Habt ihr euch das auch schon mal gefragt? Gelbe Sonnenblume, grünes Gras, rotes Blut und blaue Polizei? Neon-Licht? Hä?
Selbst das gleißend weiße Licht der Sonne oder das von Glüh-, Energiespar- oder LED-Lampen, glühende Objekte oder von Kerzenflammen usw. setzt sich aus einer unendlichen Anzahl einzelner Lichtfarben zusammen. Alle nichtleuchtenden Körper unterdessen reflektieren nur das Licht von Lichtquellen und selbst dieses Licht ist letztlich Mischlicht einer bestimmten Farbzusammensetzung. Welche Farbe dabei reflektiert wird, z.B. das Rot eines Feuerwehrautos, hängt von der Beschaffenheit des reflektierenden Materials, also der chemisch-physikalischen Zusammensetzung der Körperoberfläche ab. Beim Feuerwehrauto ist es so, dass vom weißen Licht der natürlichen Umgebung nur der rote und ein Anteil gelben Lichts reflektiert wird, der Rest wird fast komplett absorbiert. Beleuchten wir ein Feuerwehrauto (bei Dunkelheit) mit gründem Licht oder mit blauem Licht, dann wird es schwarz aussehen, denn grün und blau wird von der roten Farbe verschluckt. Steht ein Feuerwehrauto vor einer weißen Wand und wir beleuchten es (bei Dunkelheit) mit rotem Licht, dann ist es von der Wand kaum noch zu unterscheiden. Beide beleuchteten Körper reflektieren das Rot jetzt gleichermaßen.
So achten gute Kunstausstellungen besonders auf die Art der Beleuchtung, um scheinbare Farbverfälschungen zu vermeiden. Die Profis unter den Ausrichtern von Foto- und Zeichnungsausstellungen beherrschen sogar das Vermeiden von Reflexionen, doch das ist ein anderes Thema.
Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er soll auf einfache Weise informieren.
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Im Rahmen des Stoffkapitels Atommodelle haben wir die Entstehung von Licht kennengelernt.
Kurz formuliert ist das so (Modell):
  • Elektronen umkreisen den Atomkern auf ganz bestimmten Bahnen.
  • Jede Bahn hat ein ganz bestimmtes Energieniveau.
  • Nun wird Atomen Energie zugeführt (z.B. Wärme, Elektrizität).
  • Wenn die Energieportion "stimmt", dann springt ein Elektron in eine höhere Bahn.
  • Beim Rücksprung gibt das Elektron die Energie als Lichtquant wieder ab.
  • Welche Sprünge überhaupt möglich sind und ob die Wellenlänge dieser Lichtquanten auch für das Auge sichtbar ist, hängt vom chem. Element und dessen Zustand ab, was da leuchtet.
Das Licht jeder Lichtquelle kann experimentell in seine Farbbestandteile zerlegt werden. Spektralzerlegung nennen das die Physiker (Chemiker und Astronomen). Eine solche Spektralzerlegung erfolgt durch Brechung (wei beim Prisma oder Regenbogen) oder durch Interferenz (an dünnen Schichten oder optischen Gittern).
Zu den Fotos:
  1. Eine doppelte Seifenblase von einem Straßenkünstler. Die Seifenhaut ist nur etwa 200nm (Nanometer) dick. Das sind 0,0002mm.
  2. Der Straßenkünstler mit einer riesigen Seifenblase. Das Umgebungslicht wird an der Ober- und an der Unterseite der Seifenhaut reflektiert. Die reflektierten Anteile überlagern sich und es werden Farbanteile verstärkt, andere abgeschwächt oder ausgelöscht. Die sichtbare Farbe ist von der Dicke der Seifenhaut abhängig.
  3. Eine dünne Seifenhaut, bestehend aus reinem Spülmittel.
  4. Ganz links ist es dünner als die Polizei erlaubt! Hier ist die Materie unsichtbar.
  5. Weißes Licht einer Halogenlampe wird an einem optischen Gitter spektral zerlegt. Die bunten Streifen zeigen das erste Interferenzmaximum, weiter außen das zweite und in der Mitte das Hauptmaximum. Es entsteht hier ein kontinuierliches Spektrum.
  6. Linienspektrum von Helium. Aufgenommen wurde das erste Interferenzmaximum am optischen Gitter. In Edelgasen finden sich nur ganz bestimmte Bahnen der Elektronen und damit sind nur ganz bestimmte Energiedifferenzen (E=h*f) möglich. Es entstehen da immer Linienspektren.
  7. Das Linienspektrum von Wasserstoff. Erstes Interferenzmaximum (sehr schwaches Licht) mit den wenigen typischen Linien der Balmer-Serie.
  8. Es sind die vier typischen Farbanteile von Wasserstoff der Balmer-Serie (Rücksprung auf das zweite angeregte Niveau) zu sehen. Aufgenommen im Handversuch mit einem optischen Gitter.

Text, Bilder: W.Beer

ISS am Abendhimmel

In der Zeit vom 13. bis 15. Februar 2017 ist die ISS am Abendhimmel bei klarem Himmel sehr deutlich zu sehen. Nehmt euch die Zeit und schaut raus!
Auf http://iss.de.astroviewer.net/beobachtung.php sind die Sichtbarkeiten sehr einfach und übersichtlich beschrieben.
Eile ist geboten, die Tage werden länger und so ein Überflug ist nicht täglich zu sehen.
Foto-Experimente...

Prinzipiell bleibt zum Fotografieren ein Zeitfenster von etwa 2 Minuten und dabei hat man genau einen Versuch für die optimale Einstellung des Apparates. Mit einem Handy geht das übrigens nicht!

Im ersten Versuch am 13.02. um 18:21Uhr war es noch recht hell. Wegen der langen Belichtungszeit von 100s musste ich auf f/9.0 abblenden, doch damit ist auch der Lauf der ISS nur schwach als horizontale Linie zu sehen.
Das bekommt man bestimmt besser hin!
Da zeigt sich der zweite Versuch schon besser. Weiter süd-östlich war es dunkler, da konnte ich noch einen restlichen Streckenabschnitt unter dem Orion erfassen. Die Bewegung erfolgte "nach links". Zu dieser Zeit befand sich die Raumstation bereits über Kroatien!

Selbst in den kurzen 30s Belichtung ist die Erddrehung an den Sternen deutlich zu erkennen, während alle anderen Objekte, so auch die ISS, scharf erscheinen.

Bild anklicken zum Vergrößern.

ISO 100, f/5.6, 30s Belichtung
© WBeer
Zum Schluss hab ich noch mal für 30 Minuten "auf den Polarstern gehalten". In der Vergrößerung ist deutlich zu erkennen, dass der Polarstern nicht exakt in der Verlängerung der Rotationsachse der Erde liegt...

Bild anklicken zum Vergrößern.
Klick hier für 3000x2000px.

ISO 100, f/4.5, 2337s Belichtung
© WBeer

Licht aus! -- Infomaterial

Eigentlich sollte es keine Nachfragen geben, wenn es um das Thema "Stromsparen" geht. Natürlich ist es unsere Pflicht, sorgsam mit unseren Ressourcen umzugehen und die jüngste Initiative unserer Neuntklässler, den Energieverbrauch unserer Schule im Interesse des Umweltschutzes und der Kostenminimierung einzudämmen, ist einfach phantastisch! Über Leuchtstofflampen kursieren jedoch furchtbare Grüchte, da sollten sich die Physiker mal zu Wort melden...
Wegen der Nachfragen zum Leuchtverhalten von Leuchtstofflampen und zum Energiebedarf selbiger sollen hier einige Informationen bereitgestellt werden. Verlässliche Informationen zu Leuchtstofflampen suchen wir nicht auf Wikipedia, sondern in Lexika oder aus der Feder von Universitäten.

Linksammlung und Informationen:
  1. http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/zentral/projekt_energiesparen/lichtluegen.html
  2. http://www.strominventur.de/stromverbrauch/leuchtstofflampe
  3. Flackern von Lampen
  4. Flackern von Leuchtstofflampen messen


Hinweise und Antworten:
Unsere Leuchtmittel werden mit klassischen Bimetallzündern gestartet und nicht elektronisch. Die Röhren haben jeweils ein magnetisches Vorschaltgerät. Häufiges Schalten reduziert hier die Lebensdauer. (s.a. Link 1)

Licht aus! - Das spart Strom und Geld.
Beim Einschalten ist kein Mehrverbrauch zu erwarten. Das ist Käse.
Moderne Röhren überstehen auch viele Schaltvorgänge. Fängt eine Röhre an zu muckern - dann als Sofortmaßnahme den Zünder wechseln (bestenfalls elektronisch), bevor die Heizwendel durchbrennt.

Thema Flackern:
Unsere Leuchtstofflampen flackern nachweisbar mit Lichtstärkeschwankungen um die 40-50% bei einer Frequenz von 100Hz. Katzen könnten das gut sehen, wir Menschen hingegen im Regelfall nicht. Auch sind unsere Räume nicht mit modernen HF-Vorschaltgeräten versehen. Das Flackern nimmt mit dem Altern der Röhren zu.
Nur sehr empfindliche Menschen können das Flackern wahrnehmen. Einen physikalischen Nachweis können wir mit einem Lichtsensor oder auch mit der Fotofunktion von einem Handy erbringen. (Physik eA11/12)

WBeer
Bildquelle, Themenquelle: http://www.energie-umwelt.ch/definitionen/1425-flickern-flackern-oder-flimmern

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